Unbefriedigende Antwort der Verkehrsdirektion: Radfahren im Nincoper Deich bleibt gefährlich

Ernüchtert haben wir als GRÜNE Fraktion die Stellungnahme der Verkehrsdirektion zu unserem Antrag vom November zur Kenntnis genommen, mit dem wir eine Verbesserung für Radfahrer entlang der Nincoper Straße herbeiführen wollten.

Ziel unseres Antrags war die Anordnung von Tempo 30 auf der Strecke, sodass Radfahrende sicher und ohne große Geschwindigkeitsdifferenz im Mischverkehr fahren können. Die Benutzungspflicht für den gemeinsamen Fuß- und Radweg sollte aufgehoben werden, denn auf dem stellenweise nur 80 Zentimeter breiten Weg ist sicheres Radfahren mit Begegnungsverkehr kaum möglich, besonders in der dunklen Jahreszeit. Das Radfahren auf dem Weg sollte dennoch erlaubt bleiben, allerdings sollten Piktogramme und eine auffällige Querungsstelle am Ortseingang Neuenfelde auf Radfahrende aufmerksam machen.

Hintergrund war unter anderem die Sperrung des Nincoper Moorwegs für Fußgänger*innen und Radfahrende wegen des Baus der A26. Die Strecke durch den reizvollen Moorgürtel zwischen Neu Wulmstorf und Neuenfelde war vor allem bei Pendler*innen auf dem Weg zu Airbus und zur Fähre in Finkenwerder beliebt. Sie haben in den kommenden Jahren weite Umwege in Kauf zu nehmen – und deutlich gefährlichere Verkehrssituationen. Denn die Umleitung führt unter anderem über den Nincoper Deich zwischen Rübke und Neuenfelde, eine kurvige und unfallträchtige Straße. „Todeskurven“ nennen viele Anwohner*innen diese Passage. Der gemeinsame Fuß- und Radweg ist auf weiten Teilen viel zu schmal, an vielen Stellen ist der Asphalt abgesackt. Gerade wenn hier in Zukunft viel mehr Radfahrende unterwegs sein müssen, ist diese Situation so nicht hinnehmbar. 

Deshalb ist die Stellungnahme der Verkehrsdirektion der Behörde für Inneres und Sport alles andere als zufriedenstellend. In Abstimmung mit dem Polizeikommissariat 47 verweist diese  auf einen vermeintlich vorhandenen niveaugleichen, einseitigen, gemeinsamen Geh- und Radweg mit einer Breite von zwei Metern. Zudem finde der Radverkehr angeblich hauptsächlich in den Sommermonaten und zu touristischen Zwecken statt.

„Dass hier bislang noch wenige Radfahrende unterwegs waren, verwundert bei der unattraktiven Strecke kaum. Man fühlt sich auf dieser Straße total unsicher,“ beschreibt die Neuenfelder Grünen-Bezirksabgeordnete Corine Veithen. Mit dem Rad zum Einkaufen nach Neu Wulmstorf zu fahren sei zurzeit mit gutem Gefühl kaum möglich. Fabian Klabunde, verkehrspolitischer Sprecher der Grünen-Fraktion in Harburg, ergänzt: „Ein Seitenstreifen von teilweise nur 80 Zentimetern ist keineswegs für Rad- und Fußverkehr in beide Richtungen zu gebrauchen. Wir brauchen an dieser Stelle eine schnelle Lösung für Pendler*innen ohne große bauliche Aufwände. Denn während der Sperrung der einzigen radtauglichen Nord-Süd-Verbindung in dieser Region muss Radfahrenden eine sichere Alternative angeboten werden, und zwar so schnell wie möglich. Mit einer Tempo-30-Anordnung ließe sich das Problem schnell und sehr kostengünstig lösen.“

Lediglich in einem Punkt weckt die Antwort der Verkehrsdirektion in der BIS Hoffnung: Die Forderung nach Aufhebung der Radwegenutzungspflicht bei weiterhin möglicher Nutzung des Geh- und Radwegs durch Radfahrende wird positiv bewertet. „Eine zügige Umsetzung wäre zumindest ein erster Schritt in die richtige Richtung“, so Veithen.

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