Mehr Mut zu Individualität im Reihenhausbau

Im Südwesten Hamburgs, in Neugraben-Fischbek, entsteht in den kommenden Jahren das Neubaugebiet Fischbeker Reethen. Über 2.000 neue Wohneinheiten werden hier entstehen, davon etwa 55 % im Geschosswohnungsbau, ungefähr 5 % als freistehende Einfamilienhäuser und rund 40 % als Reihenhäuser.

Ein Reihenhaus könnte hier die Chance bieten, weniger Fläche in Anspruch zu nehmen und trotzdem ein individuelles Eigenheim zu ermöglichen. Allerdings braucht es für die Individualität ein flexibleres Vergabeverfahren.

In der Vergangenheit wurden oft mehrere Reihenhausgrundstücke an eine*n Investor*in vergeben. Das Ergebnis sind zahlreiche einheitlich gestaltete bis monotone Reihenhausriegel. Eine kleinteiligere Vergabe könnte zu mehr gestalterischer Vielfalt und auch zu höherer Diversität der Lebensentwürfe im Quartier beitragen. Ein größerer Teil der Reihenhausparzellen sollten direkt an die späteren Bewohner*innen vergeben werden statt an Investor*innen. Fassaden und auch Materialien z.B. bei der Dämmung könnten von den Bewohner*innen nach eigener Vorstellung geplant werden.

Denkbar sind dabei auch Projekte mehrerer Generationen einer Familie oder Wohngemeinschaft auf benachbarten Reihenhausgrundstücken oder auf entsprechend breiteren Parzellen. Ein Reihenhaus könnte dann flexibel vertikal oder horizontal geteilt sein, um etwa den Großeltern ein barrierefreies Wohnen und den Kindern einen direkten Zugang zum Garten zu ermöglichen.

Eine weitere Möglichkeit wäre, Grundstücke für Reihenhausriegel an Baugemeinschaften zu vergeben, um Angebote für kleine Baugemeinschaften zu schaffen. So könnte kleineren Gruppen aus mehreren Familien oder Wohngemeinschaften gemeinschaftliches Wohnen ermöglicht werden – bislang sind Baugemeinschaftsprojekte oft für größere Bauprojekte ausgerichtet, was eine umfangreiche und oft langfristige Planung und Koordination erfordert.

In einem neuen Antrag gemeinsam mit der SPD bitten wir die Verwaltung, die zuständige Gebietsentwicklerin IBA Hamburg in den Stadtentwicklungsausschuss einzuladen, um über Möglichkeiten von mehr Individualität im Reihenhausbau zu berichten und dabei folgende Fragestellungen zu berücksichtigen:

  • Auf welchen Flächen und in welcher Größenordnung wären individuelle Reihenhäuser/Stadthäuser möglich?
  • Wie könnte ein Verfahren aussehen, um in den Fischbeker Reethen auch einzelne Reihenhausgrundstücke an private Bauherren zu vergeben, um dort individuelle Reihenhaus-Einheiten/Stadthäuser zu bauen?
  • Wie könnte sichergestellt werden, dass für unterschiedliche Bedarfe an Wohnfläche unterschiedlich breite Reihenhausgrundstücke angeboten werden, auch innerhalb einzelner Reihenhausriegel?
  • Wäre es möglich, dass benachbarte Reihenhausgrundstücke für Mehrgenerationenprojekte etc. zusammen vergeben werden?
  • Wäre es möglich, in den Fischbeker Reethen auch Grundstücke für Reihenhausriegel an Baugemeinschaften zu vergeben?

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