Stadtplanung und Zentrumsentwicklung

Wir brauchen intelligente Konzepte, mit denen die Stadt weiter wachsen kann und die Umwelt trotzdem optimal geschützt wird. Wir wollen, dass finanziell Schwächere vor Verdrängung geschützt, neu Ankommende mit Wohnraum versorgt werden und Betriebe Gewerbeflächen finden, ohne auf die grüne Wiese bauen zu müssen.

Wir haben in den vergangenen Jahren an vielen Stellen für den Erhalt von Grün und Bäumen, Naturräumen und Kulturlandschaften gekämpft oder für Ausgleichsmaßnahmen gesorgt. Wir haben ein Bewusstsein dafür geschaffen, dass unnötiger Flächenfraß z.B. durch den Bau einstöckiger Discounter aufhören muss.

Wir sind überzeugt, dass Hamburg nur dann gesund und lebenswert wachsen kann, wenn wir unsere Umwelt dabei mitdenken. Wir setzen darauf, keine unnötige Flächenversiegelung vorzunehmen und beim Bauen stärker in die Höhe zu gehen, wo es möglich und sinnvoll ist. Wir wollen zudem mehr Gründächer und Fassadenbegrünungen durchsetzen, um bei jedem Bau auch den grünen Charakter und das Stadtklima mit zu fördern.

Wir brauchen mehr öffentliche Lebensräume; Orte des gesellschaftlichen Miteinanders und der Begegnung sowie Freiräume, in denen die Stadt in sozialem Austausch und kultureller Vielfalt pulsieren kann. Dazu gehören mehr Natur und schönere Parks, die jedem Hamburger für Sport oder entspannte Freizeitgestaltung offenstehen. Oder offen gestaltete Plätze im Kern der Stadtteile, die zum Verweilen einladen und als sozialer und kultureller Treffpunkt dienen können. Vielfältige und moderne Sportstätten und Spielplätze sind ein weiterer wichtiger Baustein, um ein lebenswertes und inklusives Umfeld für alle zu schaffen.

Wir wollen vorhandene Siedlungsgebiete verdichten. Wo eingeschossige Häuser stehen, soll geprüft werden, ob auch mehrgeschossig gebaut werden kann, ohne dass das Stadtbild leidet. Gut erschlossene Bereiche in Bahnhofsnähe wie das Neugrabener Zentrum können deutlich mehr bauliche Dichte vertragen als bisher. Das macht Stadtteilzentren auch lebendiger und vielfältiger. Hochhäuser für Sozialwohnungen, wie sie in den 1970er Jahren in Randlage entstanden sind, lehnen wir aufgrund der damit einhergehenden Ghettoisierungsgefahr ab.

Wir wollen gemischte Quartiere mit kurzen Wegen. Dazu gehört auch mehr Mut zur Stapelung unterschiedlicher Nutzungen in Gebäuden. Warum sollen nicht in Wohnhäusern die Erdgeschosse gewerblich genutzt werden? Warum sollen nicht auf zweigeschossige Schulneubauten noch drei Wohn- oder Bürogeschosse gebaut werden?

Insbesondere Gewerbegebiete brauchen Nachverdichtung. Solange im Hafengebiet riesige Flächen mit Gebrauchtwagenparkplätzen und Tanklagern belegt sind, die kaum Arbeitsplätze bieten, brauchen wir keine neuen Gewerbegebiete auf bisher unbesiedelten Flächen.

Je dichter eine Stadt bebaut wird, desto wichtiger ist es aber natürlich, das städtische Grün zu erhalten. Parkanlagen und zusammenhängende öffentliche Grünzüge müssen für Bebauung tabu sein. Wir wollen das grüne Netz von Parkanlagen ausbauen und dabei ökologische Belange, Aufenthaltsqualität und Nutzungsmöglichkeiten wie z.B. den Parksport gleichermaßen berücksichtigen. Stadtgrün ist Lebensraum für Tiere und Pflanzen und dient der Verbesserung des Stadtklimas und der urbanen Lebensqualität.

Fehlende Straßenbäume sollen wegen ihres Grünvolumens und ökologischen Wertes nachgepflanzt werden. Die intensivere Nutzung von Kleingartenflächen und das „Urban Gardening“ wollen wir anstoßen und fördern.