"Wir nehmen die A1, klingeling!" CC-BY-SA 2.0 Frerk Meyer

Pressemitteilung: Radfahren in Harburg, aber sicher!

Antrag der GRÜNEN-Fraktion zu Radwegen

Alle zwei Jahre veröffentlicht die dänische  Copenhagenize Design  Compagny die Rangliste der weltbesten Fahrradstädte. Hamburg konnte seinen Platz unter den Weltfahrradstädten mit Platz 17 behaupten. Mangelhaft bewertet wurde insbesondere die große Uneinheitlichkeit der Führungsformen des Fahrradverkehrs und eine mangelnde gute Abtrennung  der Fahrradwege vom Autoverkehr.

Die letzte Modal Split Untersuchung zu den Hauptverkehrsmitteln im Bezirk Harburg zeigt einen sehr mageren Anteil von nur 5% für die Nutzung des Fahrrades auf, während der motorisierte Individualverkehr für Fahrer und Mitfahrer bei fast 50% liegt. Ein Grund für die geringe Akzeptanz des Fahrrades liegt sicher in der objektiven und gefühlten mangelnden Sicherheit. Laut einer Umfrage von „Fahrrad Monitor“ 2016 fühlen sich 47 Prozent der regelmäßig Radfahrenden nicht sicher, der Anteil dürfte bei den Nichtradfahrenden noch höher liegen.

Diese Unsicherheit hat sicher eine Ursache in der kritisierten mangelnden Infrastruktur der Radwege, auch in Harburg.

Hamburg setzt perspektivisch vor allem auf  Radfahrstreifen und Schutzstreifen. Sie sind günstig und erfordern nur einen geringen zusätzlichen Raumbedarf. Die Folge: Radfahrer fühlen sich auf den schmalen  Streifen oft unwohl: Links ziehen im Zentimeterabstand Autos, Lastwagen und Busse vorbei, rechts stehen meist geparkte Autos, aus denen jederzeit eine Tür aufgestoßen werden könnte. Dazu kommen immer mehr Falschparker, die Radfahrstreifen verbotenerweise als Parkplätze missbrauchen

Hierzu sagt Jürgen Marek, umweltpolitischer Sprecher der GRÜNEN-Fraktion:  „Viele Städte und Kommunen mit gut entwickelter Fahrradinfrastruktur und Nutzung bevorzugen konsequent verbreiterte Radfahrtrassen mit deutlicher Abtrennung zum Auto- und Fußverkehr und der Vermeidung von Parkmöglichkeiten im Bereich dieser Streifen“

Die Idee für geschützte Radfahrstreifen („Protected Bike Lanes“) ist nicht neu. In Amsterdam und Kopenhagen sind sie seit vielen Jahren Standard. Dort werden Radfahrer, Autoverkehr und Fußgänger durch Bordsteine getrennt. Berlin richtet gerade einen durch  Kunststoffpoller geschützten Streifen ein. Hamburg hat dieses Konzept bisher nicht wesentlich verfolgt, da es in vorhandene Strukturen nicht ohne grundsätzliche Veränderungen des gesamten Verkehrsflächenkonzeptes möglich ist. Hierzu Jürgen  Marek: „ Protected Lanes sind sicher nicht das Allheilmittel und überall sinnvoll, sie bieten sich jedoch insbesondere auf Hauptverkehrsstraßen mit Tempo 50 an, um  die Akzeptanz des Radfahrens gerade für unsichere Nutzer zu erhöhen. Man muss sie in die Diskussion um ein Förderung des Radverkehrs einbeziehen“. Die GRÜNE-Fraktion fordert daher in einem Antrag an die Bezirksversammlung  einen Bericht  von Vertretern der Bezirksverwaltung und des Fahrradbeauftragten zum   Konzept, den Stand und die Entwicklungsperspektiven der Fahrradweginfrastruktur in Harburg. Auch über  Möglichkeiten und Perspektiven der Einrichtung einer „Protected Bike Lane“ als Harburger Modellversuch auf einer Hauptstraße soll berichtet werden“

Rückfragen an Jürgen Marek, stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden Tel.  0151-17235146.

 

 

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