Dringlichkeitsantrag in der Bezirksversammlung nach Schüssen im Schwarzenbergpark
Wir GRÜNE brachten gemeinsam mit weiteren demokratischen Fraktionen nach den erneuten Schüssen im Schwarzenbergpark einen Antrag in die Bezirksversammlung am 22.09.26 ein. „Die Lage ist sehr ernst – die Sicherheitsmaßnahmen der letzten Monate haben nicht gefruchtet. Bis zum geplanten Umzug des Abrigado 2028 zu warten wäre fatal. Wir brauchen jetzt stimmige Übergangslösungen, bis ein Umzug an einen geeigneten Standort passieren kann. Bislang waren keine Schlafplätze im Zuge der Drogenhilfe vorgesehen, doch die braucht es dringend“, so Jo Riehle, grüner Fachsprecher für Soziales, Integration, Gesundheit und Inklusion. In der BV wurde der Antrag dann auch beschlossen.
Die Fraktionen schlagen im Antrag als Übergangslösungen beispielsweise Container- oder Modulbauten vor – der Ort soll mit dem Abrigado und den Behörden gemeinsam gefunden werden. Drogenkonsumtolerante Schlafplätze sind zentral, um Hilfesuchenden eine sichere Unterkunft zu bieten. In die Prüfung möglicher Zwischenstandorte sollen beispielsweise unter anderem der Standort Großmoorring 44 sowie die bis zum Ende des Jahres frei werdende Erstunterkunft in der Schlachthofstraße erneut mit einbezogen werden. Weitere passende Standorte sollen ebenfalls geprüft werden. Die Bezirksversammlung fordert die Verwaltung dazu auf, bereits in wenigen Wochen Ergebnisse zu liefern.
Das Abrigado ist eine seit Jahrzehnten bestehende Kontakt- und Beratungseinrichtung der Drogenhilfe. Sie bietet schwerst Suchterkrankten in Harburg und direkter Umgebung lebenden Konsument*innen ein umfassendes Beratungsangebot, überwachte Konsumräume, sowie Mahlzeiten, warme Aufenthaltsmöglichkeiten, medizinische Grundversorgung, eine Kleidersammlung und Waschräume.
Der Harburger Bezirksversammlung sind die Wichtigkeit des Abrigado für den Bezirk, der hohe Stellenwert der sozialen Arbeit sowie die meist tiefgreifende Not der Nutzer*innen der Einrichtung bewusst. Bezüglich der kürzlichen Eskalation sind die Sorgen aller Betroffenen ernst zu nehmen. Um weiteren Vorkommnissen entgegenzuwirken, ist sowohl ein Handeln auf bezirklicher wie auch Senatsebene notwendig.
