GRÜNE Fraktion Harburg will eine Kampagne zur Entwicklung von Alternativen zu Großunterkünften

"Welcome" CC-BY-NC-ND-2.0 Krissy Venosdale

Die Grüne Fraktion Harburg möchte den Senat auffordern, eine Kampagne mit breiter Öffentlichkeitswirksamkeit zu entwickeln, bei der zusätzlicher Wohnraum über ungenutzte Zimmer und Einliegerwohnungen, Schaffung von Einliegerwohnungen sowie über Zwischennutzung vor Sanierung oder Abbruch, mobilisiert werden kann. Dazu sollte es finanzielle Anreize geben, da dieses System mit Sicherheit unter den Kosten pro Geflüchteter in einer Öffentlich-Rechtlichen Unterbringung liegen wird. Einen dem entsprechenden Antrag bringen die GRÜNEN in die nächste Bezirksversammlung ein.

Die Planung von Großunterkünften zur Unterbringung von Geflüchteten ist hamburgweit sehr umstritten. Das entscheidende Argument gegen diese Unterkünfte ist stark reduzierte Möglichkeit der Integration.

Derzeit befindet sich Hamburg in einer „Atempause“, weil sich die Flüchtlingsströme durch die Schließung der Außengrenzen reduziert haben. Die Not der Menschen hat sich dadurch nicht verringert, es ist davon auszugehen, dass sich die Flüchtlingszahlen in Kürze wieder erhöhen werden. „Aus unserer Sicht sind Großunterkünfte nicht alternativlos, es gibt viele ungenutzte „Lücken“ wie: Ungenutzte Einliegerwohnungen oder Abteilen von Einliegerwohnungen in Einfamilienhäusern, die den verbliebenen Bewohnern zu groß geworden sind“, sagt Britta Herrmann, Fraktionsvorsitzende der GRÜNEN in der Bezirksversammlung Harburg. „Ebenso können wir uns die Zwischennutzung von Wohn- und Gewerberaum sowie die Untervermietung von Zimmern vorstellen“

Integration würde unter solchen Bedingungen zu einem „Selbstgänger“ werden und gleichzeitig würde es auch der Forderung nach dezentraler Unterbringung entsprechen. „Wir erleben nach wie vor ein großes bürgerliches Engagement, das mit Sicherheit auch im Bereich der freiwilligen Wohnraumbeschaffung vorhanden ist“, so Herrmann „Die Planung sollte allerdings an einen Projektentwickler ausgegliedert werden, da sich die Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration (BASFI) mit den aktuellen Anforderungen bereits an ihrer Leistungsgrenze befindet.“