Harburger Grüne suchen in Berlin nach Lösungen für den Verkehr von Morgen!

Brauchen wir eine Mobilitätsrevolution?

von Dr. Regina Marek

Mit einem Velo-Taxi von Hauptbahnhof Berlin haben die Harburger Grünen, Andreas Finkler, Vorstandessprecher und stellv. Vorsitzender des Stadtplanungsausschusses und Dr. Regina Marek, Bezirksabgeordnete und Mitglied des Ausschusses für Inneres, Bürgerservice und Verkehr am 18.10.2018 die Jahrestagung „So geht Mobilitätswende!“ der Heinrich-Böll-Stiftung in Berlin besucht. Anlass der Tagung war u.a., dass die Klimaziele 2020 akut in Gefahr sind. Ursprünglich wollte die Regierung die Treibhausgasemissionen bis 2020 um 40 Prozent gegenüber dem Jahr 1990 senken, nun würden wohl nur 32 Prozent deutschlandweit eingespart, berichtete der Spiegel unter Berufung auf den Entwurf des Klimaschutzberichts. „Der Mobilitätssektor ist der große Bereich, wo allein aus Klimaschutzsicht dringender Handlungsbedarf besteht“, sagt Dr. Regina Marek Mitglied der Grünen Fraktion in Harburg auf der Jahrestagung zur Mobilitätswende 2018 der Heinrich-Böll-Stiftung in Berlin. Folgende Anträge wurden u.a. von den Grünen in der Bezirksversammlung Harburg gestellt:

  • Berichtsantrag: Fußwege besser gestalten
  • Überlastung des Ortskerns Marmstorf beenden
  • Ausbau der Velorouten
  • Verbesserung des ÖPNV
  • „Zu-Fuß-zur-Schule“-Maßnahmen anregen

 Die Politik ist gefordert, den öffentlichen Raum an die Bedürfnisse und Herausforderungen des 21. Jahrhunderts anzupassen. Die automobilzentrierte Ordnung, die seit dem Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg immer noch vorherrscht, neu auf Klimaziele zu orientieren und alle Nutzergruppen gleichberechtigt teilhaben zu lassen, d.h. insbesondere dem Fahrrad-, Fuß- und öffentlichen Nahverkehr mehr Platz zu geben, Innovationen und Start-ups zu fördern. Die neue Lust auf Fahrrad und Bewegung, die Digitalisierung und die E-Mobilität bieten große Chancen für die Verkehrswende. Auch Unternehmen und Pendler*innen müssen sich umstellen und Mobilität neu denken. Welche Bilanz hat der Fuhrpark, wie können wir die ökonomischen und ökologischen Vorteile des Sharings nutzen?

Aus den Reihen der Mitglieder von UnternehmensGrün gibt es zahlreiche Innovationen und Konzepte, wie der modal split geändert werden kann und wie zukunftsfähige Mobilität aussieht. Dabei geht es zum Beispiel um fahrradfreundliche Stadtkonzepte, Angebote für Dienstfahrräder, Velotaxi, Systeme zur Steuerung der Ladeinfrastruktur (Stichwort Sektorkopplung) oder Innovationen wie BioLNG (Bio-Gas) im LKW-Bereich. Auch kritische Themen wie die Rohstoffversorgung für E-Mobilität wurden angesprochen.

So teilt Cem Özdemir, MdB, Vorsitzender des Ausschusses für Verkehr und digitale Infrastruktur mit: „Damit der Erfolg der Elektromobilität nicht durch Versorgungsengpässe oder Umwelt- und Sozialprobleme entlang der Wertschöpfungsketten behindert wird, bedarf die Sicherung der Rohstoffversorgung erhöhter Aufmerksamkeit von Politik und Wirtschaft“.  Seltene Rohstoffe wie Lithium, Kobalt und Graphit müssen unter menschenwürdigen Bedingungen gewonnen werden. Eine besondere Herausforderung stelle die Förderung von Kobalt in der Demokratischen Republik Kongo dar. Darüber hinaus ist der Aufbau eines weltweiten Recyclingsystems für Lithium-Ionen-Batterien voranzutreiben. Zusätzlich werden eine Forschungsinitiative zu zukünftigen Batterietechnologien und ein regelmäßiges Monitoring des durch die Elektromobilität verursachten Rohstoffbedarfs gefordert.

Ergebnisse der neuen Großstudie „Mobilität in Deutschland“

Laut der Analyse bleibt das Auto das mit Abstand meistgenutzte Verkehrsmittel in Hamburg. 36 Prozent aller Wege in der Stadt werden weiterhin mit dem Auto durchgeführt. Allerdings ist das deutlich weniger als noch im Jahr 2008. Damals waren noch 42 Prozent mit dem Auto unterwegs – ein Rückgang von 6 Prozentpunkten in neun Jahren. Zweitbeliebteste Mobilitätsform ist das Zu-Fuß-Gehen. Sie liegt fast unverändert bei 27 Prozent. Die Hamburger fahren weniger Auto und dafür mehr Bahn als noch im Jahr 2018. Das ist das Ergebnis einer neuen Mobilitätsstudie. Der Radverkehr hat nur wenig zugenommen. Die Menschen in Hamburg sind im vergangenen Jahr weniger mit dem Auto und stattdessen mehr mit dem Öffentlichen Nahverkehr gefahren als noch im Jahr 2008. Das geht aus der neuen Großstudie „Mobilität in Deutschland“ des Infas-Instituts im Auftrag des Bundesverkehrsministeriums hervor, für die zwischen Mai 2016 und September 2017 bundesweit rund 155.000 Haushalte zu ihrem Mobilitätsverhalten befragt wurden. In Hamburg nahmen rund 12.000 Menschen in rund 7.000 Haushalten an der Studie teil. Die Studie ist für Städte und Gemeinden eine wichtige Grundlage bei verkehrspolitischen Entscheidungen und Investitionen und zeigt, dass noch viel Handlungsbedarf im Sinne einer Mobilitätswende vorhanden ist.

Für weitere Fragen wenden Sie sich bitte an Andreas Finkler, Tel.: 0163 7168067 oder Dr. Regina Marek

(Bild 1: Andreas Finkler und Cem Ozdemir, Bild 2. Velo-Taxi)

 

 

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