Anfragetext:
Laut Presseberichten hat die Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation (BWVI) beim S-Bahn-Betreiber die Einrichtung einer neuen S-Bahnlinie S32 nur für die Streckenabschnitte zwischen Elbgaustraße und Hauptbahnhof bestellt. Bekanntlich ist die S3/S31 zwischen Hauptbahnhof und Harburg die am stärksten frequentierte S-Bahn-Strecke mit dem belastetsten Streckenabschnitt zwischen Hammerbrook und Veddel.
Vorschlägen aus der Kommunalpolitik zu zusätzlichen öffentlichen Verkehrsangeboten zwischen Harburg/Neugraben und Hauptbahnhof/Altona durch eine Verlängerung der U4 oder eine schnelle Metrobuslinie durch den Elbtunnel wurde bisher entgegengehalten, dass die beste und einfachste Angebotserweiterung eine Verlängerung der Züge und eine Taktverdichtung durch eine zusätzliche S-Bahnlinie S32 zwischen Harburg und Hauptbahnhof sei.
Nun soll dem Pressebericht zufolge eine 20%ige Kapazitätserweiterung in der Hauptverkehrszeit durch wenige weitere Langzüge ausreichen.
Vor diesem Hintergrund bitten wir die zuständige Fachbehörde um die Beantwortung folgender Fragen:
1. Trifft es zu, dass die S32 beim Betreiber Deutsche Bahn nur für den Abschnitt zwischen Elbgaustraße und Hauptbahnhof bestellt wurde?
1a. Wenn nein, was wurde sonst bezogen auf den Streckenabschnitt HBF-Harburg bestellt?
1b. Wenn ja, was war der Grund für die Abkehr von den ursprünglichen Planungen?
1c. Wer hat die Entscheidung getroffen?
2. Wurden über die Entscheidung das Harburger Bezirksamt oder Vertreter der Harburger Bezirksversammlung informiert?
2a. Wenn ja, wann und wer?
2b. Wenn nein, warum nicht?
3. Wurde die Entscheidung mit dem Harburger Bezirksamt oder Vertretern der Harburger Bezirksversammlung vorab besprochen?
3a. Wenn ja, wann und mit wem?
3b. Wenn nein, warum nicht?
4. Welche Empfehlung bezüglich der S-Bahn zwischen Harburg und Hauptbahnhof enthält das Mobilitätskonzept Süderelbe?
5. Welches sind aktuell die 10 am stärksten frequentierten Streckenabschnitte der Hamburger S-Bahn (von Haltestelle bis Haltestelle). Bitte als „Hitliste“ in Tabellenform angeben für Fahrgäste pro Tag und Fahrgäste pro Spitzenstunde.
6. Welches sind in den Prognosen für 2025 und 2030 die 10 am stärksten frequentierten Streckenabschnitte der Hamburger S-Bahn (von Haltestelle bis Haltestelle). Bitte als „Hitliste“ in Tabellenform angeben für Fahrgäste pro Tag und Fahrgäste pro Spitzenstunde.
7. Sind der Fachbehörde S-Bahn-Streckenabschnitte in anderen deutschen Metropolen bekannt, die aktuell ähnlich stark oder stärker belastet sind als die S3/S31 zwischen Veddel und Hammerbrook?
7a. Wenn ja, bitte Fahrgastdaten wie bei Frage 5 angeben.
8. Können die alten S-Bahn-Züge, die vorwiegend auf der Linie S2/S21 verkehren, später als geplant ausgemustert und als Übergangslösung als Verstärkerzüge zwischen Harburg und Hauptbahnhof eingesetzt werden?
8a. Wenn ja, ist dies vorgesehen und für welchen Zeitraum?
8b. Wenn nein, warum nicht?
9. Plant die Fachbehörde für den Fall, dass die 20%ige Kapazitätssteigerung in der Hauptverkehrszeit nicht ausreicht und weiterhin Fahrgäste wegen überfüllter Bahnen auf den Bahnsteigen zurückbeleiben müssen, sonstige kapazitätserhöhende Maßnahmen wie z.B. zusätzliche „Servicekräfte“, die die Fahrgäste in die überfüllten Bahnen stopfen wie in Tokio?
10. Welche Entscheidungen erforderlich, um eine Verbesserung der S-Bahn-Verbindung zwischen Hauptbahnhof und Harburg über die 20%ige Kapazitätssteigerung in der Hauptverkehrszeit hinaus zu erzielen?
Übersicht
| Antragsteller*In | Britta Herrmann, Regina Marek und die Fraktion |
| Status | weitere Infos zu dieser Anfrage in Informationssystem der Bezirksversammlung unter Drucksache 20-3312 hier |
| Datum | 10.11.2017 |
Schlagworte setzen Bild einfügen
