Energiewende als Gemeinschaftsprojekt – mehr Tempo und Teilhabe für Mieter*innen der SAGA im Bezirk Harburg

Die Energiewende ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Im Mittelpunkt steht nicht die Frage, ob erneuerbare Energien ausgebaut werden, sondern wie dieser Wandel so gestaltet wird, dass alle davon profitieren.

Der Gebäudesektor ist maßgeblich für den Erfolg der Energiewende. Insbesondere Mieterinnen und Mieter stehen vor besonderen Herausforderungen. Zwar besitzen Mehrfamilienhäuser ein enormes solares Ausbaupotenzial, doch die Umsetzung bleibt bislang deutlich hinter den Möglichkeiten zurück. Für Mieter*innen bedeutet dies konkret: fehlender Zugang zu günstigem Solarstrom, Abhängigkeit von Vermieterentscheidungen, wenig Transparenz und eingeschränkte Mitgestaltungsmöglichkeiten. Die Energiewende findet im Mietwohnungsbestand damit zu langsam statt, obwohl gerade hier ein hoher Beitrag zur finanziellen Entlastung und zum Klimaschutz möglich wäre.

Ein aktueller Antrag in der Harburger Bezirksversammlung nimmt deshalb die SAGA in den Fokus, die als städtisches Unternehmen mit gutem Beispiel vorangehen sollte: 14% der über 1 Mio. Wohnungen in Hamburg werden von der SAGA vermietet. Vorliegende Informationen zeigen, dass die Ausstattung mit Photovoltaikanlagen bei SAGA-Bestandsgebäuden im Bezirk Harburg zu langsam voranschreitet. „Das ist enttäuschend“, so Maike Dieckmann, Fachsprecherin für Stadtentwicklung der GRÜNEN Bezirksfraktion. „Wenn wir die Energiewende sozial gerecht gestalten wollen, müssen wir sie genau dort beschleunigen, wo viele Menschen wohnen – im Mietwohnungsbestand. Harburg darf beim Solar-Ausbau nicht länger ein blinder Fleck bleiben.“

Erneuerbare Energien stellen sowohl aus ökologischer als auch aus wirtschaftlicher Sicht eine effiziente Form der Stromerzeugung dar. Es ist sinnvoll, Dachflächen von Wohngebäuden systematisch zur Energiegewinnung zu nutzen. Der vor Ort erzeugte Strom sollte bevorzugt innerhalb des Gebäudes eingesetzt werden, um einen direkten Mehrwert zu schaffen. Jede lokal generierte und genutzte Kilowattstunde trägt dazu bei, die Unabhängigkeit zu steigern, langfristige Kosten zu senken und Emissionen zu verringern. Als Beispiel hierfür dient das Pilotprojekt „Fairer Wohnstrom“ eines Hamburger Vermieters im Stadtteil Ohlsdorf.

Faire, praktikable und transparente Rahmenbedingungen sind dabei entscheidend: erneuerbare Energien sollen für alle Menschen im Alltag erlebbar werden. Das gelingt nur durch eine enge Zusammenarbeit von Vermieter*innen und Mieter*innen. Mieter*innen können von niedrigeren Energiekosten profitieren, während Eigentümer*innen stabilere Betriebskosten und eine langfristige Wertsteigerung der Immobilie erhalten.

Wird auf einem Wohngebäude erzeugter Solarstrom hingegen vollständig in das Netz eingespeist, während die Bewohner*innen weiterhin zu höheren Preisen Netzstrom beziehen, entkoppelt das den Nutzen der Anlagen von den im Gebäude lebenden Menschen und verhindert die direkte Teilhabe der Mieter*innen vor Ort.

„Eine sozial gerechte Energiewende bedeutet: Die Menschen, die zur Miete wohnen, dürfen nicht länger außen vor bleiben. Sie müssen endlich spürbar profitieren – finanziell und durch mehr Klimaschutz im Alltag“, so Sarah Pscherer, Fachsprecherin für Klimaschutz, Umwelt und Verbraucherschutz der GRÜNEN Bezirksfraktion.

Die GRÜNE Bezirksfraktion Harburg engagiert sich dafür, dass Mieter*innen der SAGA in Harburg direkt von der Energiewende profitieren. Ziel ist es, ökologische und wirtschaftliche Vorteile vor Ort miteinander zu vereinen.