Antworten der GRÜNEN zum Thema Stadtgrün

Antworten der GRÜNEN-Fraktion Harburg zu den Fragen des NABU für die Podiumsdiskussion am 9.5.2019 (Kurzfassung)

Antworten: Jürgen Marek, umweltpolitischer Sprecher der GRÜNEN-Fraktion Harburg

1. Welche Maßnahmen sollten für die Verbesserung der ökologischen Pflege und Gestaltung von Parks und Grünanlagen ergriffen werden?

Stadtgrün fördern und ökologisch entwickeln und pflegen:
Auch kleine Flächen wie etwa begrünte Randstreifen, bepflanzte Verkehrsinseln, Böschungen und Baumscheiben können sich zu Lebensräumen für eine Vielzahl von Pflanzen und Tieren entwickeln, wenn sie denn entsprechend gestaltet werden. Zum Schutz der Natur gilt es auch solche Grünflächen konsequent zu schützen und der Entwicklung von Wildnis Raum zu geben.

Artenschutz: Biodiversität schützen und fördern:
Wir fordern den Erhalt und die Schaffung von Nist- und Überwinterungsmöglichkeiten für Fledermäuse und Gebäudebrüter in Neu-und Bestandsbauten. Wir unterstützen die Kommunikation geeigneter Schutzkonzepte mit besonderer bezirklicher Verantwortung wie zum Grasfrosch im Bezirk Harburg.

Umsetzung des EU-Projektes Horizon-2020 „Clever Cities“:
Wir unterstützen das Clever-Cities-Projekt in Neugraben-Fischbek. Ziel ist die Entwicklung naturbasierter Lösungen und Gestaltungen im Verbund in der Quartiersgestaltung gemeinsam mit den Bürger*innen.

2. Welche weiteren Maßnahmen zum Schutz der StadtNatur und zur Schaffung von mehr Natur im öffentlichen Grün sind von Ihrer Partei vorgesehen?

Erhalt zusammenhängender Grünzüge:
Wir fordern z..B. die Herausnahme des Volhöfners Waldes im Gebiet Altenwerder West aus der Hafennutzung und Hafenerweiterung. Der Wald soll als Biotopfläche und Teil des Grünen Ringes erhalten bleiben.

Straßenbaumbestand adäquat erhalten:
Wir wollen eine Modifizierung der Baumschutzverordnung unter Gleichstellung von Fällungen und Nachpflanzungen auf öffentlichem und privaten Grund. Grundsätzlich fordern wir einen Baumersatz bei Fällungen, der sich am Grünvolumen und der ökologischen Wertigkeit der Bäume orientiert.

Mehr StadtGrün für Klimaschutz und Klimawandelanpassungen:
Die Gestaltung zusätzlicher Grünflächen als Fassaden- und Dachbegrünungen soll in den Bauleitplanungen laut Baugesetzbuch verbindlich integriert und umgesetzt werden.

3. Was sind Ihre Ziele zur Erhöhung der Qualität der Natur in der Stadt (außerhalb der Naturschutzgebiete)?

StadtGrün nachhaltig entwickeln:
Wir unterstützen die bewusste Umsetzung der Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen. Insbesondere die Umsetzung des Hamburger Schwerpunktthemas „Umwelt und Stadt“ soll hierbei im Zentrum stehen (Senatsdrucksache: 21/9700)

Stärkung der grünen Infrastruktur durch lokale Projekte:
Viele der mit dem Harburger Nachhaltigkeitspreis ausgezeichneten Projekte arbeiten und kommunizieren erfolgreich lokale Aktivitäten zum Bereich StadtNatur: z.B aktuell „Lernen am Fluss“: Renaturierungsprojekt der Engelbek, Uferumbau der Elbe durch die GOEP und Klimaschutzhain der Baumschule Lorenz-von-Ehren.

Grüne Infrastruktur im Bezirk systemisch schaffen:
Urbane grüne Infrastruktur unterscheidet sich von traditioneller Grünplanung, indem Themen wie ökologische Verbünde, Nachhaltigkeit, Klimawandelanpassung und –abmilderung sowie Landschafts- und Freiraumplanung strategisch und integriert betrachtet werden.

Den Erhalt des Stadtgrüns am Grünvolumen orientieren:
Umwelt- und Grünmonitoring durch Erfassung des Grünvolumen erproben

Ausreichende Ressourcen zur Verfügung stellen:
Zusätzliche Sachmittel und qualifiziertes Personal sind zur Pflege, zum Erhalt und zur Weiterentwicklung des StadtGrüns erforderlich. Eine wirksame Umsetzung der Möglichkeiten des „Naturcents“ in Planung und Durchführung erfordern neben Sachmitteln auch ein ausreichendes und vor allem qualifiziertes Personal.

4. Für welche Parks und Grünanlagen in Ihrem Bezirk sollten Pflege- und Entwicklungspläne mit naturnahen Inhalten erstellt werden?

Ökologische Pflege und Entwicklung von Harburger Parkanlagen:
Wir wollen Pflege- und Entwicklungspläne für die Harburger Parkanlagen Harburger Stadtpark um die Außenmühle, Schwarzenbergpark, Meyers Park und Burgberg ausbauen. Eine Einbindung von Naturcentmitteln ist bereits erfolgt und sollte verstärkt werden, so z.B. beim Pflegekonzept Feuchtwiese/Orchideenwiese im Harburger Stadtpark und zur Teichgestaltung in Meyers Park.

Renaturierungen von Gewässerrändern im Rahmen der Umsetzung der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie:
Weiterentwicklung der ökologischen Gestaltung des Seevekanals und des langjährigen Renaturierungsprojektes der Engelbek seit 2005 in Kooperation des Bezirksamtes, des Alexander-von-Humboldt-Gymnasiums, des NABU und zeitweise auch der TUHH.

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