Innovative Verkehrssicherheitsmaßnahmen sollen Unfallhäufungsstellen entschärfen
Die B73 im Bezirk Harburg ist eine der am stärksten frequentierten Verkehrsachsen der Stadt – und zugleich ein Brennpunkt der Verkehrssicherheit. Allein auf dem Abschnitt in Neugraben zwischen Süderelbebogen und Fischbeker Weg wurden acht Unfallhäufungsstellen polizeilich registriert, an einer ereignete sich 2024 ein tödlicher Verkehrsunfall. Hauptursachen für die registrierten Unfälle waren überhöhte Geschwindigkeit, ungenügender Sicherheitsabstand und Abbiegefehler. Vor diesem Hintergrund beschloss die Bezirksversammlung in ihrer Februar-Sitzung einen Antrag der Grünen-Fraktion, der hier das Pilotprojekt „Vision Zero“ vorschlägt.
Der Streckenabschnitt soll zur Modellstrecke für das Hamburger Leitbild „Vision Zero“ werden. Der Begriff „Vision Zero“ beschreibt das Ziel, keine Verkehrstoten mehr hinnehmen zu müssen. Bei dem Pilotprojekt sollen innovative Technologien und präventive Maßnahmen die Zahl der Unfälle nachhaltig senken. Gleichzeitig können wertvolle Erkenntnisse für die Verkehrssicherheit im gesamten Stadtgebiet gewonnen werden.
In ihrem Antrag schlagen die Grünen konkrete Maßnahmen vor, die im Rahmen des Pilotprojekts geprüft werden sollen. Dazu zählt die Einführung einer Section Control, also einer streckenabschnittsbasierten Geschwindigkeitsüberwachung, die gleichmäßigere Fahrgeschwindigkeiten fördern und Auffahrunfälle reduzieren soll. Zudem sollen an den acht Unfallhäufungsstellen Dialog-Display-Systeme mit Smiley-Funktion installiert werden, um Autofahrende präventiv zu einem sichereren Fahrverhalten zu motivieren. Weitere Vorschläge umfassen adaptive LED-Beleuchtung zur Verbesserung der Sichtverhältnisse an neuralgischen Punkten sowie dynamische Warnhinweise in Form digitaler LED-Schilder, die situationsabhängig vor Gefahren warnen.
„Die B73 ist ein Paradebeispiel dafür, wie dringend wir innovative Lösungen brauchen, um die Verkehrssicherheit in Hamburg zu erhöhen“, erklärt Britta Ost, Grünen-Abgeordnete für Neugraben-Fischbek und Mitglied im Ausschuss für Mobilität und Inneres. „Mit diesem Pilotprojekt können wir nicht nur Leben retten, sondern auch zeigen, dass moderne Technologien und präventive Ansätze funktionieren. Es ist an der Zeit, dass Hamburg hier eine Vorreiterrolle einnimmt und die B73 zur Blaupause für sichere Hauptverkehrsstraßen macht,“ ergänzt ihr Parteikollege Michael Sander, Vorsitzender des Ausschusses für Mobilität und Inneres. Er betont zudem, dass Investitionen in intelligente Verkehrssysteme nicht nur menschliches Leid verhindern können, sondern auch volkswirtschaftlich sinnvoll seien, indem sie langfristig die Unfallfolgekosten senken und die Verkehrseffizienz steigern.
