GRÜNE und SPD beantragen umfangreiche Verbesserungen des Rad- und Fußverkehrs auf B73

Bei den anstehenden Sanierungsarbeiten der B73 im Raum Süderelbe sollen zahlreiche Maßnahmen zugunsten des Fuß- und Radverkehrs umgesetzt werden. Das fordern GRÜNE- und SPD-Fraktion mit einem Antrag in der Bezirksversammlung Harburg.

„Wenn die B73 jetzt angefasst wird, muss die Chance genutzt werden, die Geh- und Radwege sowie die Kreuzungen konsequent Fahrrad- und Fußgänger*innen-freundlich umzubauen,“ sagt dazu Britta Ost, Bezirksabgeordnete der GRÜNEN-Fraktion. „Dazu gehören glatte Wege ohne störende Kanten und sichere Führungen an Bushaltestellen ebenso wie moderne Kreuzungen und konsequente Barrierefreiheit.“

Die Bundesstraße B73 soll 2026 und 2027 in Neugraben-Fischbek saniert werden, zunächst in diesem Sommer die Kfz-Fahrspuren, im Herbst die Kreuzungsbereiche und im kommenden Jahr die Fuß- und Radwege. Im Zuge dieser Sanierung zwischen westlicher Landesgrenze und dem Süderelbebogen bringen die beiden Fraktionen zehn Punkte an.

Diese beziehen sich vor allem auf einen konsequent barrierearmen Rad- und Fußverkehr, sowie auf Sicherheitselemente und die Verhinderung von Falschparken. Letzteres gefährdet Fahrradfahrende und Fußgänger*innen, wenn falschparkende Autos auf den Sicherheitstrennstreifen zwischen Parkbucht und Radweg stehen. Der Sicherheitsabstand dient der Vermeidung des sogenannten Dooring. Dabei verursacht das unachtsame Öffnen der Beifahrertür oft schwere Unfälle mit Radfahrenden, die nicht mehr ausweichen können.

Für einen barrierearmen Rad- und Fußverkehr sollen konsequent fühlbare Beläge als Trennstreifen zwischen Fuß- und Radverkehr sowie an Querungen eingesetzt werden. Außerdem fordern die beiden Fraktionen Bordsteinabsenkungen an Kreuzungen: bei Radwegen und einem Teil des Fußwegs solche, die komplett auf die Höhe der Fahrbahn absinken, sogenannte Nullabsenkungen. Dies ist nicht nur für bequemes Radfahren wichtig, sondern auch für Menschen mit Rollstühlen und Kinderwagen. Der andere Teil des Fußwegs soll mit einer spürbaren Kante ausgestattet werden, die Blinden das Ertasten ermöglicht.

Belagswechsel und Höhenunterschiede sollen an Überfahrten nicht mehr auftreten.


Um die Sicherheit besser zu gewährleisten, sollen zudem alle Radspuren rot eingefärbt sein. Eine lange Forderung wiederholen die Fraktionen zu den beiden Kreuzungen im Neugrabener Zentrum an der Bauernweide und der Neugrabener Bahnhofstraße: Hier sollen die bislang fehlenden Überquerungs­möglichkeiten für den Fuß- und Radverkehr an jeweils einem Kreuzungsarm eingerichtet werden.

„Auf diese bislang fehlenden Ampeln warten die Menschen vor Ort bereits seit vielen Jahren. Jetzt muss die Chance genutzt werden, die Fahrstreifen so anzupassen, dass die dafür notwendigen Mittelinseln realisiert werden können,“ fordert Ost.

Außerdem enthält der Antrag, dass Rad- und Fußverkehr getrennt durch den Straßenverkehr geleitet werden. Das bedeutet, dass Radfahrende eigene Ampeln bekommen, oder mit den Signalen des Autoverkehrs geleitet werden. Zum Linksabbiegen soll eine sichere Variante für Radfahrende Abhilfe schaffen: sogenannte Aufstellflächen. Ein anschauliches Video zeigt, wie das aussehen soll.

„Insgesamt ist dieser Antrag ein wichtiger Schritt hin zu einem sicheren und komfortableren Rad- und Fußverkehr an der B73. Gerade in Anbetracht der überfälligen Verkehrswende sind solche Maßnahmen essenziell, damit langfristig immer mehr Menschen vom Auto auf das Fahrrad umsteigen und unser Verkehrssystem inklusiv, sicher und attraktiv für den Rad- und Fußverkehr wird“, fasst Michael Sander, Co-Fraktionsvorsitzender und verkehrspolitischer Sprecher, den Antrag zusammen.